Taekwondo im Vergleich mit anderen Kampfsportarten

 

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick über die verschiedenen Kampfsport-, Kampfkunst- und Selbstverteidigungsarten bieten. Die Fähigkeit, sich in Konfliktsituationen selbst und, wo nötig, auch waffenlos zu verteidigen, hat in der Menschheitsgeschichte seit jeher eine große Rolle gespielt. So ist es wenig erstaunlich, dass sich in den verschiedensten Weltgegenden unabhängig voneinander Kampfkünste entwickelt haben. Der Begriff des Kampfsports bezieht sich vor allem auf die wettkampforientierte Ausrichtungen.

 

Die verschiedenen Selbstverteidigungsstile erstrecken sich über eine weite Bandbreite an Techniken und setzen ihre jeweiligen Schwerpunkte unterschiedlich. So kann man in solche unterscheiden, die hauptsächlich reaktiv vorgehen, d.h. Angriffe des Gegners durch Griffe ablenken und kontern (wie beispielsweise das Aikido). Andere bedienen sich ebenfalls Grifftechniken, setzen diese aber vor allem ringend ein (z.B. Judo). Im Gegensatz dazu stehen die offensiven Stile, zu denen das Taekwondo  gezählt werden kann. Auch hier macht es jedoch einen wesentlichen Unterschied, ob das Gewicht der jeweiligen Kampfkunst eher auf Hand- oder Fußtechniken liegt. Schließlich wurden im 20. Jahrhundert durch Verschmelzung verschiedener Komponenten diverser traditioneller Kampfkünste Stile für den militärischen Einsatz entwickelt. An dieser Stelle wären die russischen Sambo und Systema sowie das israelische Krav Maga zu nennen.

 

In Folgendem ein knapper alphabetischer Überblick einiger bekannter Kampfsportarten und ihren strukturellen Verbindungen zum Taekwondo (Ausführliches zur Spezifik des Taekwondo selbst finden Sie unter dem Punkt „Geschichte“ auf unserer Website):

 

Aikido: Das japanische Aikido wurde vom Großmeister Ueshibai Morihei entwickelt und ist eine äußerst defensiv ausgelegte Selbstverteidigungskunst. Schläge und Angriffe des Gegners werden mit entsprechenden Halt-, Griff-, und Wurftechniken unschädlich gemacht. Der Aikidoka macht sich die kinetische Energie der gegnerischen Attacke zunutze und lenkt sie mithilfe seiner Technik ab. Das Aikido ist sehr philosophisch und verantwortungsbewusst ausgerichtet und weist hierin Ähnlichkeiten zu dem von uns gelehrten traditionellen Taekwondo auf. Auch lehren wir einige der Grifftechniken im „Hosinsul“.

 

Capoeira: Diese sehr rhythmische Kampfsportart hat ihren Ursprung bei den schwarzen Sklaven, die von den Portugiesen vom 17. bis Anfang des 19. Jahrhunderts aus Afrika nach Brasilien verschleppt wurden. Capoeira beinhaltet viele tänzerische Elemente und wird in einem Kreis, der sog. „Roda“ zwischen zwei Kombattanten ausgeführt. Charakteristisch sind hohe Sprünge und artistische Komponenten, wie sie auch im Taekwondo einen wichtigen Bestandteil einnehmen.

 

Judo: Wie schon Aikido stammt Judo aus Japan und teilt mit diesem einen auf Griffe und Haltetechniken statt auf Schläge und Tritte ausgelegten Charakter. Die Kampfphilosophie des Judo könnte man mit „maximaler Wirkung bei minimalem Aufwand“ umschreiben. Dementsprechend bedeutet Judo übersetzt: „Sanfter Weg“ und versucht, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen.

 

Karate: Vielleicht der berühmteste Kampfsport überhaupt ist das Karate, dessen Name „leere Hand“ bedeutet. Das Taekwondo entwickelte sich aus diesem und teilt mit Karate viele der charakteristischen Schrittfolgen und Armtechniken, wobei sich das Taekwondo vom Karate durch seinen besonderen Einsatz hoher Tritte und Sprünge unterscheidet. 

 

Muay Thai: Dieser thailändische Stil ist im Westen auch als „Thaiboxen“ bekannt und äußerst offensiv.  Besonderes Kennzeichen sind die Knie- und Schenkeltritte auf die untere Körperhälfte. Als Vollkontaktsport unterscheidet sich Muay Thai ganz wesentlich von dem bei uns gelehrten traditionellen Taekwondo.

 

Wing Chun (oder Wing Tsun): Diese chinesische Kampfkunst entspringt den verschiedenen Shaolinstilen und weist einen sehr geradlinigen, schlicht-effektiven Charakter auf. Sie stützt sich in erster Linie auf Schläge und Tritttechniken, wobei hohe Tritte unüblich sind und Fußtechniken nur etwa bis zur Hüfthöhe ausgeführt werden. Kennzeichnend sind die schnellen, sauberen Handschläge, so beispielsweise die bekannte „Kettenfaust“.